Neues US-Werk: Airbus greift Boeing im Heimatmarkt an

Airbus-Produktion in Mobile, Alabama (© Airbus)
Airbus-Produktion in Mobile, Alabama (© Airbus)

Airbus hat in Mobile, Alabama, seine erste Fertigungsanlage in den USA in Betrieb genommen, die so genannte „U.S. Manufacturing Facility“. Dort werden von jetzt an Flugzeuge des Typs A319, A320 und A321 aus der branchenführenden Single-Aisle-Familie von Airbus montiert. „Die Fertigung von Passagierflugzeugen in Mobile macht Airbus zum ersten wirklich globalen Flugzeughersteller und gleichzeitig zu einem wirklich amerikanischen Hersteller“, sagte Fabrice Brégier, President und CEO von Airbus.

„Die Airbus U.S. Manufacturing Facility festigt als wichtiger Schritt in unserer Strategie unsere führende Position und unser Engagement in allen unseren Schlüsselmärkten“, führte Brégier weiter aus. „So können wir unsere heute schon bedeutsame Präsenz in Amerika, dem weltweit größten Markt für Single-Aisle-Flugzeuge, ausbauen und noch näher an unsere Kunden und wichtigen Zulieferer in den USA heranrücken. Die erhöhten Fertigungskapazitäten ermöglichen uns außerdem flexiblere konzernweite Produktionssteigerungen, um die weltweite Nachfrage zu decken.“

Airbus hatte 2012 die geplante Errichtung einer Fertigungsanlage in den USA für 600 Mio. USD bekannt gegeben und im Jahr darauf im Mobile Aeroplex von Brookley mit dem Bau begonnen. Das erste in den USA gefertigte Passagierflugzeug von Airbus, eine A321, soll im kommenden Frühjahr ausgeliefert werden. Bis 2018 wird das Werk 40 bis 50 Single-Aisle-Jets jährlich produzieren. Airbus geht in seiner Marktprognose davon aus, dass in den nächsten 20 Jahren allein in Nordamerika rund 4.700 Standardrumpfflugzeuge (aller Hersteller) benötigt werden.

Airbus-Produktion in Mobile, Alabama (© Airbus)
Airbus-Produktion in Mobile, Alabama (© Airbus)

Airbus und die Airbus Group betreiben neben der neuen Airbus U.S. Manufacturing Facility eine Reihe weiterer Niederlassungen in den USA: Entwicklungs- und Konstruktionszentren in Alabama (Mobile) und Kansas (Wichita), ein Airbus-Schulungszentrum in Florida (Miami), eine Einrichtung für Militärflugzeuge von Airbus Defence and Space in Alabama (Mobile), Werke und Betriebsstätten von Airbus Helicopters in Mississippi (Columbus) und Texas (Grand Prairie) sowie Ersatzteilzentren in Georgia (Atlanta), Florida (Miami) und Virginia (Ashburn). Die Hauptverwaltung von Airbus, Airbus Defence and Space und Airbus Group in den USA ist in Herndon im Bundesstaat Virginia angesiedelt. Die Airbus-Zentrale für Lateinamerika hat ihren Sitz in Miami. Airbus und die Airbus Group haben als wichtige Kunden der US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtindustrie allein im letzten Jahr Komponenten und Materialien im Wert von 16,5 Mrd. USD bei Zulieferern im Land gekauft.

Mit der Gründung der Airbus U.S. Manufacturing Facility hat sich die Zahl der Hersteller großer Passagierflugzeuge in den Vereinigten Staaten verdoppelt. Airbus schafft damit neue Arbeitsplätze, erweitert das Know-how und begründet ein neues Kompetenzzentrum für den Luft- und Raumfahrtsektor an der US-Golfküste. Das neue Werk in Alabama ergänzt die drei bisherigen modernen Endmontagelinien für Airbus-Passagierflugzeuge in Hamburg, Toulouse und Tianjin (China).

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