Air Berlin vertagt Entscheidung über Neuausrichtung

Air Berlin Airbus A330-200 (© O. Pritzkow)
Air Berlin Airbus A330-200 (© O. Pritzkow)

Eigentlich wollte Air Berlin am gestrigen Dienstag ihren neuen Sanierungsplan vorstellen. Die schwer angeschlagene Fluggesellschaft wird nur noch durch ihren arabischen Großaktionär Etihad Airways über Wasser gehalten. Deren CEO James Hogan war natürlich zur Sitzung des Verwaltungsrats angereist, um über die Planung bis 2018 zu beraten. Doch am Abend verließ er das Gremium wieder Richtung Abu Dhabi, ohne dass Entscheidungen gefällt wurden.

Man habe über Details zur Sanierung beraten, aber es sei noch zu früh, um damit an die Öffentlichkeit zu gehen, hieß es aus dem näheren Umfeld. Zudem seien nicht alle Mitglieder des Verwaltungsrates zugegen gewesen. Dies sei aber notwendig, um Entscheidungen zu treffen. Dies soll nun laut Air Berlin in einigen Wochen der Fall sein.

Air Berlin musste im letzten Jahr einen operativen Verlust von 293 Millionen Euro verbuchen. Das Eigenkapital ist längst aufgebraucht und liegt bei minus 575 Millionen Euro. Zusätzlich schiebt Air Berlin einen Schuldenberg in Höhe von 770 Millionen Euro vor sich her.

Air Berlin Airbus A320 in mixed Etihad colours
Air Berlin Airbus A320 beschwört die Partnerschaft mit Etihad (© O. Pritzkow)

In den vergangenen Jahren machte die Airline nur einmal einen Gewinn, als sie ihr Vielflieger „topbonus“ an ihren Großaktionär Etihad Airways verkaufte und sich so knapp in die Gewinnzone rettete. Die Araber hatten 2011 ihren knapp dreiprozentigen Anteil auf rund 30 Prozent aufgestockt. Air Berlin fliegt seitdem als Zubringer Langstreckenpassagiere aus Europa zum Etihad-Heimatflughafen Abu Dhabi und übergibt sie dort. Zusätzlich nahm sie neue Nordamerikastrecken ab Deutschland auf, da Etihad ihre Verkehrsrechte in den USA ausgereizt hat.

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